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ARCHIV: EXPERTENWEG

Aus dem Archiv von Rzeczpospolita und Gazeta Wyborcza

DER SCHWEIZER FRANKEN, DER EURO UND DIE LOGIK MODERNER WÄHRUNGEN 14.01.2026

2026-01-14 09:46:43, komentarzy: 0

1. Einleitung – wie alles begann

Meine Analyse des Schweizer Frankens begann in den 1990er‑Jahren, als mir auffiel, dass sich der CHF‑Kurs unnatürlich stabil verhielt. Nicht wie eine freie Marktwährung, sondern wie eine Währung, die „an der Hand geführt“ wird.

Das war das erste Signal, dass die SNB dem Markt nicht erlaubt, den Wert des Frankens frei zu bestimmen.

 

2. Die Jahre 1996–1999 – erste Beweise

Die Beziehung zwischen CHF und DEM war unnatürlich stabil. Der Franken bewegte sich fast identisch wie die Deutsche Mark, obwohl die Schweiz nicht in der EU war.

Das zeigte deutlich, dass die SNB die Bindung an die Mark überwachte, nicht den freien Markt.

 

3. Die Einführung des Euro – eine neue Dimension der Herausforderung

Die Schweizer Wirtschaft orientierte sich schon immer stark an der deutschen Wirtschaft, und die Deutsche Mark gehörte zu den stärksten Währungen Europas. Deshalb wurde der Franken in enger Beziehung zur Mark gehalten.

Mit der Einführung des Euro begann sich der Franken automatisch auf den gesamten Euroraum zu beziehen, da der Euro die Währungen vieler Länder ersetzte.

Früher musste die SNB nur auf die Bewegungen einer einzigen Währung reagieren – der Deutschen Mark. Nach der Einführung des Euro musste sie die Entwicklungen in zwanzig Volkswirtschaften berücksichtigen, was eine völlig neue Herausforderung darstellte.

Das war der Moment, in dem die Kontrolle schwieriger wurde – aber die SNB hielt sie weiterhin aufrecht.

 

4. Die Beziehung EUR/CHF 2001–2003 – der endgültige Beweis

Nach der Einführung des Euro verhielt sich der Franken genauso wie zuvor gegenüber der Mark.

Das bedeutet:

Die SNB reagierte nicht auf den Markt – sie reagierte auf den Euro.

 

5. Warum die SNB das tat

Der Grund ist einfach:

  • Die Schweiz lebt vom Export,

  • der Export hängt vom Wechselkurs ab,

  • und der Wechselkurs hängt von Deutschland und der Eurozone ab.

Deshalb musste der Franken in einer stabilen Beziehung zum Euro gehalten werden.

 

6. Die Krise 2010–2011 – Kapitalflucht in den Franken

Als die europäische Schuldenkrise ausbrach, floh Kapital massenhaft aus dem Euro in den Franken. Die SNB versuchte, dies mit verbalen Interventionen zu stoppen – erfolglos.

 

7. 2011 – der feste Mindestkurs von 1,20

Die SNB führte einen Mindestkurs von 1,20 CHF pro Euro ein, um die Wirtschaft vor Deflation und einem Zusammenbruch des Exports zu schützen.

Das war die größte Währungsintervention in der Geschichte Europas.

 

8. 2015 – die „Freigabe“ des Kurses und die Explosion des Frankens

Das war keine echte Freigabe. Die SNB gab lediglich die Verteidigung der Marke 1,20 auf.

Der Franken schoss nach oben, weil:

der Franken ohne SNB‑Interventionen eine gefährliche, nicht stabile Währung ist.

Aber die Kontrolle verschwand nicht:

  • Interventionen gingen weiter,

  • die SNB steuerte weiterhin die Liquidität,

  • sie achtete darauf, dass der Franken nicht zu stark wurde,

  • und gleichzeitig darauf, dass er nicht schwach wurde – denn sonst würde niemand Kapital in Schweizer Banken transferieren.

Die gesamte Legende vom „sicheren Franken“ basiert darauf, dass die Währung stark und stabil aussieht. Wäre der Franken schwach, würde die Schweiz ihren größten Vorteil verlieren – den Zufluss von Kapital von Personen und Unternehmen, die Vermögen verstecken oder der Besteuerung entgehen wollen.

 

9. Wie der Währungsmarkt wirklich funktioniert

Der Kurs des Frankens gegenüber anderen Währungen hängt ausschließlich von deren Kurs zum Euro ab.

Deshalb:

  • Polen hat Einfluss auf den Zloty zum Euro,

  • aber keinen Einfluss auf den Zloty zum Dollar – das hängt vom EUR/USD‑Kurs ab.

Genauso:

  • die SNB hat Einfluss auf den Franken zum Euro,

  • aber nicht auf den Franken zum Dollar – das hängt ebenfalls vom EUR/USD‑Kurs ab.

Alles andere sind mathematische Ableitungen.

 

10. Meine Methode zur Prognose des Frankenkurses (1999–2010)

Meine Methode war einfach, aber äußerst effektiv, weil sie auf realen Zusammenhängen zwischen den Währungen beruhte.

 

A. Zentrales Prinzip: Polen kann sich keine dauerhafte Schwächung des Zloty gegenüber dem Euro leisten

Der Zloty zum Euro war nicht stabil, aber:

  • jede starke Abwertung musste korrigiert werden,

  • der Kurs PLN/EUR konnte nicht dauerhaft „entgleiten“,

  • Stabilität gegenüber dem Euro war ein Fundament der Wirtschaftspolitik.

Deshalb wusste ich, dass der PLN/EUR‑Kurs immer wieder zu vernünftigen Niveaus zurückkehren musste.

 

B. Prognose bis Ende 2009

In dieser Zeit wurde der Franken von der SNB in einem sehr engen Band gegenüber dem Euro gehalten:

etwa 1,47 – 1,58 pro Euro

Deshalb verwendete ich den Durchschnittswert 1,50 (1,5), weil:

  • es keinen Unterschied machte, ob es 1,45 oder 1,55 war,

  • der Franken künstlich im selben Bereich gehalten wurde.

Meine Formel war einfach:

PLN/CHF = PLN/EUR ÷ 1,5

Und das funktionierte perfekt.

 

C. Prognose ab 2010

Ab 2010 stieg der Marktdruck auf den Franken. Der Kurs EUR/CHF begann sich stärker zu bewegen.

Deshalb verwendete ich ab 2010 die Formel:

PLN/CHF = PLN/EUR ÷ aktueller EUR/CHF‑Kurs

Das lieferte präzise Ergebnisse, weil:

  • PLN/EUR immer wieder zur Gleichgewichtszone zurückkehren musste,

  • EUR/CHF weiterhin kontrolliert wurde, wenn auch weniger streng,

  • und PLN/CHF eine reine mathematische Ableitung war.

 

11. 2026 – meine Fragen an die SNB und ihr Schweigen

Ich stellte der SNB konkrete Fragen. Sie antwortete nicht.

Denn eine Antwort wäre ein Eingeständnis der Manipulation gewesen.

 

12. Schlussfolgerung

Der Franken wirkt stabil, weil die SNB ihn stabilisiert. Er ist keine sichere Währung. Er ist eine kontrollierte Währung.

 

13. Meine Rolle

Ich bin keine Institution. Ich bin keine Bank. Ich bin ein Mensch, der:

  • analysierte,

  • verglich,

  • beobachtete,

  • und logische Schlussfolgerungen zog.

Und genau deshalb erkannte ich, was andere nicht sahen

 

Michal Asman

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